Baseler Vorgaben zum Adressenausfallrisiko - SA-CCR

Messung von Kontrahentenausfallrisiken

Die künftige Messung von derivativen Ausfallrisiken nach dem Standardansatz zur Messung von Kontrahentenausfallrisiken (SA-CCR)

Im Oktober 2013 wurde bei ausgewählten Banken eine Auswirkungsstudie zu einer neuen Methode der Messung von Kontrahentenausfallrisiken – die sogennante „Nicht-Interne Modelle Methode“ (NIMM) – durchgeführt. Ende März 2014 veröffentlichte das Baseler Komitee schließlich das finale Papier zur methodischen Messung von derivativen Adressenausfallrisiken. Die Erkenntnisse aus der Auswirkungsanalyse wurden hier bereits eingearbeitet.

Ziel des Standardansatzes zur Messung von Kontrahentenausfallrisiken (Standardised Approach for Measuring Counterparty Credit Risk Exposures, kurz SA-CCR) ist es, die derzeit noch gültigen Verfahren zur Risikoermittlung, die Marktbewertungsmethode (MBM) sowie den Standardansatz (SA) zu ersetzen. Unangetastet bleiben die einfache Ursprungsmethode sowie die internen Modelle.

Verbesserte Messmethodik ab 01. Januar 2017 inkraft.    

Der Ausfallbetrag nach dem SA-CCR ermittelt sich, ähnlich wie bei der MBM, als Summe aus aktuellem Wiedereindeckungsaufwand (Replacement Cost, RC) und einem Aufschlag (Add-On), um künftigen Marktwertschwankungen zu berücksichtigen. Je nach Risikoart der Transaktion (Zins-, Fremdwährungs-, Aktien-, Rohwaren- oder Kreditrisiko) müssen unterschiedliche Prozentsätze (von 0,38 % bis zu 40 %) für die Ermittlung des Add-On herangezogen werden.

„Genettetes“ Exposure wird möglich.  

Bei gültigen Netting-Rahmenverträgen können alle Geschäfte mit einer Gegenpartei zusammen betrachtet und ein „genettetes“ Exposure ermittelt werden. Die Ermittlung des gesamten Wiedereindeckungsaufwands erfolgt dabei unter Berücksichtigung von erhaltenen und gestellten Sicherheiten, die im Rahmen des aufsichtsrechtlichen Nettings in der Vergangenheit bei vielen Banken keine hohe Priorität erhalten hatten. Dadurch erfährt das Collateral-Management einer Bank eine besondere Beachtung. Die Vorgehensweise zur Bildung von Netting-Sets sowie die Ermittlung des Gesamt-Add-On pro Risikoklasse (Potential Future Exposure, PFE) ist im Standardansatz festgeschrieben. Da Kompensationseffekte zwischen den gebildeten Netting-Sets berücksichtigt werden, handelt es sich dabei nicht um eine reine Summierung aller Add-On-Beträge. So werden bei den Risikoklassen Aktien, Kredit und Rohwaren von der Aufsicht vorgegebene Korrelationen herangezogen. Einen zusätzlich risikoreduzierenden Effekt auf das PFE hat ein Multiplikator, der die beiden Situationen „Überbesicherung“ sowie „Negative Marktwerte“ berücksichtigt. Der Gesamtbetrag aus PFE und Wiedereindeckungsaufwand wird schließlich mit einem Faktor „alpha“ multipliziert, der seitens der Aufsicht auf 1,4 festgelegt wurde.

Unser Schaubild verdeutlicht den Prozess:

Bereits seit Erscheinen des Konsultationspapiers im Juli 2013 hat SKS Advisory das Thema begleitet. Im Rahmen der von der Aufsicht geforderten Auswirkungsanalysen haben wir unsere Kunden bei der Durchführung sowohl fachlich als auch DV-technisch unterstützt. Zu diesem Zweck haben wir ein massendatenfähiges Excel-basiertes Kalkulationstool entwickelt, durch das einerseits die Datenanforderung transparent wird; andererseits macht es die Durchführung des oben gezeigten Verfahrens zur Bestimmung des EaD für Portfolien möglich. Das Formelwerk des SA-CCR sowie die gesamte Aggregationslogik sind dort hinterlegt. Parallel zu den Berechnungen können für die Netting-Kreise auch die Ergebnisse der Marktbewertungsmethode zwecks Plausibilisierung ausgegeben werden. Optional sind individuelle Tool-Erweiterungen möglich.