Bestimmung von Credit Valuation Adjustments (CVA) und Debit Value Adjustments (DVA)

Die Messung von Migrationsrisiken für OTC-Derivate

Mit Inkrafttreten von CRD IV und CRR sind zusätzliche Eigenmittelanforderungen für das Risiko eines Credit-Valuation-Adjustments (CVA) erforderlich. Sie sollen das Risiko einer negativen Marktwertveränderung von OTC-Derivaten bei einer Bonitätsverschlechterung der Gegenpartei auffangen. Die Eigenmittelanforderung ist über die sogenannte CVA-Charge zu bestimmen. Banken ohne interne Modell-Erlaubnis zur Bemessung derivativer Adressenausfallrisikopositionen müssen die CVA-Charge anhand der Standardmethode berechnen. Wichtigste Inputfaktoren sind die Forderungswerte (EAD) pro Netting-Set, die im Regelfall über die Marktbewertungsmethode – ab 01.01.2017 voraussichtlich über den „Standardised Approach for Measuring Counterparty Credit Risk“ (SA-CCR) – zu berechnen sind. Weitere Faktoren in Form von Risikogewichten sind über interne und externe Ratings der Kontrahenten zuzuordnen. Hedges mittels CDS und CDS- Indizes können kapitalmindernd in der CVA-Charge-Berechnung berücksichtigt werden.

IMM-Banken mit der Erlaubnis zur Berechnung des spezifischen Zinsänderungsrisikos von Bonds anhand eines internen Modells berechnen die CVA-Charge nach der fortgeschrittenen Methode als Value at Risk (VaR) über simulierte / zu variierende Credit-Spreads einzelner Kontrahenten. Es ist sowohl ein VaR unter aktuellen Marktgegebenheiten als auch ein VaR unter gestressten Marktbedingungen zu berechnen. Dabei ist jeweils ein 10-Tages-VaR zum Konfidenzniveau von 99 Prozent zu ermitteln. Hedges mittels CDS und CDS-Indizes können analog zum Standardansatz kapitalmindernd in der CVA-Charge-Berechnung berücksichtigt werden. 

Der Marktwert des Kreditrisikos einzelner Institute gegenüber einer Gegenpartei (Debit Valuation Adjustment) kann nicht kapitalmindernd berücksichtigt werden; das Risiko einer sich verändernden Institutsbonität ist regulatorisch nicht relevant. Im Gegenteil: Ein in der Bilanz erfasster DVA (z.B. bei Mark-to-Market-Verbindlichkeiten) ist vom Eigenkapital als Prudential Filter abzuziehen.

Credit und Debit Valuation Adjustments nach IFRS 13 als Fair-Value-Anpassung

Anders als bei der regulatorischen CVA-Betrachtung sind Fair-Value-Anpassungen sowohl für CVA als auch DVA vorzunehmen. Die Methodik ist auf beide Komponenten gleich anwendbar. Zur Berechnung nach IFRS 13 sollten möglichst marktrelevante (am Markt zu beobachtende) Parameter herangezogen werden. Denn im Gegensatz zur CVA-Charge, die als VaR die Volatilität von Credit-Spreads sowie gestresste Parameter berücksichtigt, handelt es sich bei der berechneten Anpassung um eine Momentaufnahme. Sie spiegelt den Marktwert des Kreditrisikos einer Gegenpartei gegenüber dem Institut (CVA) bzw. des Instituts gegenüber der Gegenpartei (DVA) wider.

Wichtige Inputfaktoren sind, wie auch in der CVA-Charge, die zukünftigen Exposure-Werte pro Netting-Set. Diese können mit der sog. Monte-Carlo-Simulation oder auch mittels eines parametrischen Add-on-Modells ermittelt werden. Regulatorische EAD-Werte sind als  Marktbewertungsmethode an dieser Stelle eher nicht geeignet.

 

CVA und DVA werden i.d.R. auf der Basis von Netting-Sets bestimmt. Betrifft die Bewertungsanpassung beispielsweise Instrumente, die verschiedene Level der Fair-Value-Hierarchie darstellen, so ist eine Allokation der Bewertungsanpassung auf die einzelnen Instrumente erforderlich. Im Rahmen der CoRep- und FinRep-Meldungen ist ebenfalls eine Allokation auf Einzelpositionen notwendig.

Sowohl bei der Ermittlung der regulatorischen Werte als auch den Bewertungsanpassungen nach IFRS 13 können wir wie folgt unterstützen

  • Tool-Erstellung für die automatisierte Berechnung der CVA-Charge nach dem Standardansatz 
  • Fachliche Unterstützung und Umsetzung der Berechnung der CVA-Charge nach dem fortgeschrittenen Ansatz u.a. Umsetzung des EBA-Papiers „FINAL draft Regulatory Technical Standards on credit valuation adjustment risk for the determination of a proxy spread and the specification of a limited number of smaller portfolios under Article 383(7) of Regulation (EU) No 575/2013 (Capital Requirements Regulation CRR)” 
  • Auswahl der Softwarelösung für die Berechnung des Exposures (EE, PFE) sowie fachliche Überprüfung der Modelle des Softwareanbieters
  • Exposure (EAD)-Ermittlung für  Kontrahentenrisiken nach der Marktbewertungsmethode, nach dem Standardansatz oder nach dem neuen SA-CCR, der voraussichtlich ab 2017 die beiden anderen aktuellen Methoden ersetzten wird 
  • Fachliche Unterstützung und Umsetzung der Ermittlung der Bewertungsanpassungen nach IFRS 13
  • Allokation der Bewertungsanpassungen und der CVA-Charge auf Einzelgeschäftsebene

Die Erfahrung auf die Zukunft anwenden 

Die SKS Group konnte bereits erfolgreich vielfältigste und vielschichtigste Projekte im Umfeld der CVA-Charge sowie der CVA- und DVA-Ermittlung zur Bewertungsanpassung im Rahmen von IFRS 13 durchführen. Profitieren auch Sie von den hochwertigen und gleichzeitig pragmatischen Lösungen aus dem Hause SKS. 

Im Rahmen der CVA-Charge nach dem Standardansatz werden die Exposure-Werte zukünftig über den sogenannten „SA-CCR“ zu berechnen sein. Die Vorschriften aus der NIMM (non-internal-model-method, dem Vorgänger des SA-CCR) hat die SKS Group seinerzeit in ein Excel-Tool überführt und im Rahmen einer QIS zur NIMM erfolgreich bei mehreren Banken zur Anwendung gebracht. Dieses Tool wurde bereits an den neuen Standardansatz angepasst und kann Sie in allen Aspekten der SA-CCR- Umsetzung unterstützen.  

Über Hedging mittels Credit Default Swaps -  i.d.R. mittels Kreditindizes - kann eine Reduzierung der regulatorischen CVA-Charge erfolgen. Zu beachten ist, dass dieser Ansatz die GuV-Volatilität erhöht. Auch hier unterstützt Sie SKS bei der Entwicklung von Hedging-Strategien und hilft Ihnen, die richtige Balance zwischen Eigenkapitalersparnis und erhöhter GuV-Volatilität zu finden.

Auch unter internen Steuerungsgesichtspunkten sind die Anpassungen für CVA und DVA - unabhängig von der Rechnungslegung - von großer Wichtigkeit. In diesem Zusammenhang ist auch eine  Bewertungsanpassung für Funding-Kosten, die sogenannte Funding Valuation Adjustment (FVA), in Betracht zu ziehen. Zur Vermeidung von Doppelzählungen sollte die FVA grundsätzlich gemeinsam mit der CVA und DVA ermittelt werden. 

Wir beraten Sie und Ihr Unternehmen fachkundig, qualifiziert und vorausschauend. Auf Ihren Wunsch stehen wir gerne für einen persönlichen individuellen vor-Ort-Termin zur Verfügung.