MiFID II / MiFIR

Die letzte Finanzkrise offenbarte Schwächen in der Transparenz der Finanzmärkte und erschütterte das Vertrauen der Anleger. Als eine Reaktion auf diese Vertrauenskrise hat die Europäische Union am 3. Juli 2014 eine neue Fassung der Finanzmarktrichtlinie (Markets in Financial Instruments Directive – MiFID II) zusammen mit der Finanzmarktverordnung (Markets in Financial Instruments Regulation – MiFIR) erlassen. Die neuen Vorgaben, die ab Januar 2018 anzuwenden sind, stellen Banken und Finanzdienstleister vor große Herausforderungen.

Die wesentlichen Anforderungen im Überblick: 

Banken und Finanzdienstleister müssen mit umfangreichen Neuregelungen im Bereich des Anlegerschutzes sowie erweiterten Transparenz- und Meldevorschriften auf dem Kapitalmarkt rechnen. Die wesentlichen Regelungen in den beiden Themenblöcken lassen sich folgendermaßen darstellen:

 

1. Kapitalmarktbezogene Anforderungen

Einführung einer neuen Marktstruktur

Jedes Institut muss für sich festlegen, wie es in der zukünftigen Marktstruktur handelstechnisch agieren möchte. Vor diesem Hintergrund gewinnt die strategische Ausrichtung eines Instituts an Bedeutung. SKS unterstützt Sie nicht nur bei Ihrer künftigen Marktpositionierung unter MiFID II, sondern hilft Ihnen auch bei der Etablierung MiFID II konformer Marktstrukturen, Prozesse und Meldeverfahren.

Einführung von „Organized Trading Facilities“ (OTF) in die zukünftige Marktstruktur

Zukünftig sollen bisher nichtregulierte Bereiche wie etwa Over-The-Counter-Geschäfte (OTC) u.a. durch die Einführung einer neuen Handelskategorie „Organized Trading Facilities“ (OTF) reguliert werden. Handelsgeschäfte, die nicht über einen geregelten Markt (RM) oder ein multilaterales Handelssystem (MTF) gehandelt werden, könnten in der neuen Handelskategorie OTF eine Heimat finden.

Systematische Internalisierung (SI):


Im Rahmen der zukünftigen Marktstruktur ist SI eine Möglichkeit, heutiges OTC-Geschäft auf die zukünftige Marktstruktur zu übertragen.
Insbesondere der Handel über ein SI ist mit einem hohen organisatorischen und technischen Aufwand verbunden. SKS unterstützt Sie bei der Ermittlung der SI-relevanten Instrumente und bietet bereits aus der Gruppe heraus einen Prototypen zur Unterstützung von SI-Client Funktionen.

Vor- und Nachhandelstransparenz:

Unter MiFID II gilt die Vorhandelstransparenz sowohl für Geschäfte über MTFs/SIs als auch für Finanzinstrumente, die über eine OTF-Plattform gehandelt werden. Neben Aktien sind dann insbesondere Anleihen, Derivate und strukturierte Produkte mit Quotes/Preisen und Volumina der Handelsaufträge zu veröffentlichen. Neben Transaktionsregistermeldungen ist im Rahmen der Nachhandelstransparenz das Geschäft - abhängig von der Liquidität des Geschäftes (LIS und SSI) – realtime oder in Form des Konsolidierten Datenbandes zu veröffentlichen (Consolidated-Tape-Provide - CTPs). Die betroffenen Banken stehen vor der Herausforderung, Vor- und Nachhandelsdaten schnell und fehlerfrei bereitzustellen. Unsere Fach- und IT-Spezialisten können Ihnen bei der Implementierung geeigneter Systeme zur Erfüllung der Anforderungen helfen.

Verschärfung der Regelungen zum Algorithmischen- und Hochfrequenz-Handel

Künftig soll der Hochfrequenzhandel stärker reguliert werden. Hierzu ist die EU-weite Einführung eines Systems zur Begrenzung der Order to Trade Ratios (OTR) geplant. Zusätzlich sollen die Berechnungen im Algorithmischen Handel verschärft geprüft werden. Unsere Fachexperten unterstützen Sie bei der Offenlegung der Berechnungen sowie der Steuerung der OTRs für ihr Algo-Trading / HFT- Trading. 

Erweiterte Meldevorschriften gemäß Artikel 26 MiFIR


Im Rahmen der MiFIR sind umfangreiche Transaktionsinformationen zu melden. Beispielhaft sind diese Informationen auf einen ARM (Approved Reporting Mechanism) zu übertragen. SKS unterstützt Sie bei der technischen Realisierung dieser Meldungen.

2. Anlegerschutz

Unabhängige Anlageberatung

Wertpapierdienstleistungsunternehmen dürfen unter MiFID II keine Zuwendungen für die unabhängige Anlageberatung oder Portfolioverwaltung annehmen. Zudem soll die unabhängige Anlageberatung auf der Grundlage einer breiten Produktpalette geschehen. Eine Spezialisierung auf bestimmte Produkte ist möglich, wenn gewährleistet ist, dass die Spezialisierung für die Kunden leicht ersichtlich ist. Im Gegensatz zu Wertpapierdienstleistungsunternehmen dürfen Wertpapier(neben)dienstleister Zuwendungen annehmen. Allerdings müssen Provisionen und Beratungsgebühren unmissverständlich offengelegt werden. Unsere Fachexperten helfen Ihnen bei der Wahl Ihres Beratungsmodells und der strategischen Neu-Positionierung Ihrer Geschäftsfelder. Sprechen Sie uns rechtzeitig an.

Produkt Governance

Mit MiFID II werden die Produkt Governance Regelungen verschärft. Produzenten von Investmentprodukten sollen künftig bei der Konzeption einen Zielmarkt definieren und die Performance des Produkts unter verschiedenen Marktbedingungen mit Hilfe von Szenarioanalysen testen. Unsere Fachexperten stehen Ihnen bei der Erstellung von Auswirkungsanalysen und der Einführung MiFID II konformer Produkt Governance Prozesse zur Seite.

Produktintervention

Wenn erhebliche Bedenken für den Anlegerschutz bestehen, sind die nationalen Aufsichtsbehörden befugt, u.a. den Vertrieb von Produkten zu untersagen. Mit SKS an Ihrer Seite können Sie schnell reagieren. Wir unterstützen Sie bei der Anpassung der Prozesse, damit Maßnahmen einer Produktintervention ohne schuldhaftes Zögern zeitnah und effektiv umgesetzt werden können.

Aufzeichnungspflichten

Neue Aufzeichnungspflichten verlangen von Finanzdienstleistern, die gesamte geschäftsrelevante Kommunikation mit den Kunden wie E-Mail-Verkehr und Telefonate aufzuzeichnen und den nationalen Behörden bei Bedarf zur Verfügung zu stellen. Dabei ist sicherzustellen, dass u.a. über private Geräte keine geschäftsrelevante Kommunikation mit Kunden abläuft. Die Aufzeichnungen müssen mindestens für fünf Jahre aufbewahrt werden. Unsere Fachberater helfen Ihnen bei der Implementierung geeigneter Verfahren zur Erfüllung der Aufzeichnungs- und Datenschutzanforderungen.

 

Die ersten Schritte mit uns:

Bereiten Sie sich auf die kommenden Herausforderungen vor und nutzen Sie dafür unseren Marktüberblick und unser erprobtes Vorgehensmodell zu MiFID II / MiFIR. Mit unseren vorgefertigten, bereichsspezifischen Fragestellungen erleichtern wir eine auf Sie zugeschnittene Auswirkungsanalyse.

 Klären Sie mit uns folgende Fragen:

  • Von welchen MiFID II / MiFIR-Anforderungen sind Sie im jeweiligen Geschäftsfeld betroffen?
  • In welcher Ausprägung müssen Anforderungen umgesetzt werden (inklusive Betrachtung möglicher Alternativen)?
  • Kann eine Anforderung organisatorisch geregelt werden oder ist IT-Support notwendig?
  • Welche Banksysteme und Prozesse sind betroffen, z.B. Neu-Produkt-Prozess?
  • Wie müsste eine Umsetzungsplanung aussehen?
  • Welche Ressourcen werden in welchem Umfang benötigt?

 Wir unterstützen Sie fachkundig

  • durch eine Wettbewerbsanalyse (Peer-Group-Vergleich),
  • bei der strategischen Positionierung Ihrer Geschäftsfelder,
  • mit einem Readiness Check abgestimmt auf einzelne Geschäftsbereiche,
  • bei der Erstellung von Auswirkungs- und Anforderungsanalysen,
  • bei der Umsetzung der fachlichen Anforderungen gemäß MiFID II,
  • bei der Priorisierung und Planung der nächsten Schritte,
  • durch Realisierung von technischen Anpassungen.

Gerne erarbeiten wir mit Ihnen individuelle Lösungsansätze. Die Zeit läuft - sprechen Sie uns rechtzeitig an!